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Sure 1 Die Eröffnung
al-Fātiḥa/ الفاتحة

Sure 2 Die Kuh
al-Baqara/ البقرة

Sure 3 Das Haus Imrans
Āl ʿImrān/ آل عمران

Sure 4 Die Frauen
an-Nisā'/ النّساء

Sure 5 Der Tisch
al-Māʾida/ المائدة

Sure 6 Das Vieh
al-Anʿām/ الأنعام

Sure 7 Die Höhen
al-A'raf/ الأعراف

Sure 8 Die Beute
al-Anfāl/ الأنفال

Sure 9 Die Buße
at-Tauba/ التوبة

Sure 10 Yūnus
Yūnus/ يونس

Sure 11 Hud
Hūd/ هود

Sure 12 Yūsuf
Yūsuf/ يوسف

Sure 13 Der Donner
ar-Ra'd/ الرّعد

Sure 14 Ibrahim
Ibrāhīm/ إبراهيم

Sure 15 Das steinige Land
al-Ḥiǧr/ الحجر

Sure 16 Die Biene
an-Naḥl/ النّحل

Sure 17 Die nächtliche Reise
al-Isrāʾ/ الإسراء

Sure 18 Die Dschahannam
al-Kahf/ الكهف

Sure 19 Maryam
Maryam/ مريم

Sure 20 Ṭā-Hā
Ṭā-Hā/ طه

Sure 21 Die Propheten
al-Anbiyāʾ/ الأنبياء

Sure 22 Die Pilgerfahrt
al-Ḥaǧǧ/ الحجّ

Sure 23 Die Gläubigen
al-Muʾminūn/ المؤمنون

Sure 24 Das Licht
an-Nūr/ النّور

Sure 25 Die Rettung
al-Furqān/ الفرقان

Sure 26 Die Dichter
aš-Šuʿarāʾ/ الشّعراء

Sure 27 Die Ameisen
an-Naml/ النّمل

Sure 28 Die Geschichte
al-Qaṣaṣ/ القصص

Sure 29 Die Spinne
al-ʿAnkabūt/ العنكبوت

Sure 30 Die Römer
ar-Rūm/ الرّوم

Sure 31 Luqman
Luqman/ لقمان

Sure 32 Die Niederwerfung
as-Saǧda/ السّجدة

Sure 33 Die Verbündeten
al-Aḥzāb/ الأحزاب

Sure 34 Saba
Sabaʾ/ سبأ

Sure 35 Der Schöpfer
Fāṭir/ الملائكة

Sure 36 Ya-Sin
Ya-Sin/ يس

Sure 37 Reih und Glied
aṣ-Ṣāffāt/ الصّافات

Sure 38 Sad
Ṣād/ ص

Sure 39 Die Scharen
az-Zumar/ الزّمر

Sure 40 Der Gläubige
al-Muʾmin/ المؤمن

Sure 41 Auseinandergesetzt
Ḥā-Mīm/ حم

Sure 42 Die Beratung
aš-Šūrā/ الشّورى

Sure 43 Der Prunk
az-Zuḫruf/ الزّخرف

Sure 44 Der Rauch
ad-Duḫān/ الدّخان

Sure 45 Das Knien
al-Ǧāṯiya/ الجاثية

Sure 46 Die Dünen
al-Aḥqāf/ الأحقاف

Sure 47 Muḥammad 
Muḥammad/ محمّد

Sure 48 Der Erfolg
al-Fatḥ/ الفتح

Sure 49 Die Gemächer
al-Ḥuǧurāt/ الحجرات

Sure 50 Qaf
Qāf/ ق

Sure 51 (Die Winde) Das Aufwirbeln
aḏ-Ḏāriyāt/ الذّاريات

Sure 52 Der Berg
at-Tūr/ الطّور

Sure 53 Der Stern
an-Naǧm/ النّجْم

Sure 54 Der Mond
al-Qamar/ القمر

Sure 55 Der Barmherzige
ar-Raḥmān/ الرّحْمن

Sure 56 Das unvermeidliche Ereignis
al-Wāqiʿa/ الواقعة

Sure 57 Das Eisen
al-Ḥadīd/ الحديد

Sure 58 Der Streit
al-Muǧādala/ المجادلة

Sure 59 Die Versammlung
al-Ḥašr/ الحشْر

Sure 60 Die Prüfung
al-Mumtaḥina/ الممتحنة

Sure 61 Reih und Glied
aṣ-Ṣaff/ الصّفّ

Sure 62 Der Freitag
al-Ǧumʿa/ الجمعة

Sure 63 Die Heuchler
al-Munāfiqūn/ المنافقون

Sure 64 Die Übervorteilung
at-Taġābun/ التّغابن

Sure 65 Die Entlassung (Scheidung)
aṭ-Ṭalāq/ الطّلاق

Sure 66 Das Verbot
at-Taḥrīm/ التّحريم

Sure 67 Die Herrschaft
al-Mulk/ الملك

Sure 68 Nun
Nūn/ ن

Sure 69 Die Wahrheit
al-Ḥāqqa/ الحاقّة

Sure 70 Die Himmelsleiter
al-Maʿāriǧ/ المعارج

Sure 71 Nūḥ
Nūḥ/ نوح

Sure 72 Der Dschinn
al-Ǧinn/ الجنّ

Sure 73 Der Verhüllte
al-Muzzammil/ المزمّل

Sure 74 Der Zugedeckte
al-Mudaṯṯir/ المدثّر

Sure 75 Die Auferstehung
al-Qiyāma/ القيامة

Sure 76 Der Mensch
al-Insān/ الإٍنسان

Sure 77 Die Gesandten
al-Mursalāt/ المرسلات

Sure 78 Die Ankündigung
an-Nabaʾ/ النّبأ

Sure 79 Die Ausziehenden
an-Nāziʿāt/ النّازعات

Sure 80 Der die Stirn runzelt
ʿAbasa/ عبس

Sure 81 Das Einhüllen
at-Takwīr/ التّكوير

Sure 82 Die Spaltung
al-Infiṭār/ الانفطار

Sure 83 Die Betrüger
al-Muṭaffifīn/ المطفّفين

Sure 84 Die Zerreißung
al-Inšiqāq/ الانشقاق

Sure 85 Die Türme
al-Burūǧ/ البروج

Sure 86 Der nächtliche Besucher
aṭ-Ṭāriq/ الطّارق

Sure 87 Der Allerhöchste
al-Aʿlā/ الأعلى

Sure 88 Die zudecken wird
al-Ġāšiya/ الغاشية

Sure 89 Die Morgendämmerung
al-Faǧr/ الفجر

Sure 90 Die Stadt
al-Balad/ البلد

Sure 91 Die Sonne
aš-Šams/ الشّمس

Sure 92 Die Nacht
al-Lail/ الليل

Sure 93 Der Morgen
aḍ-Ḍuḥā/ الضحى

Sure 94 Das Weiten
asch-Scharh/ الشرح

Sure 95 Die Feigenbäume
at-Tīn/ التِّينِ

Sure 96 Der Blutklumpen
al-ʿAlaq/ العَلَق

Sure 97 Die Nacht der Bestimmung
al-Qadr/ الْقَدْرِ

Sure 98 Der klare Beweis
al-Bayyina/ الْبَيِّنَةُ

Sure 99 Das Beben
az-Zalzala/ الزلزلة

Sure 100 Die Laufenden
al-ʿĀdiyāt/ العاديات

Sure 101 Die Pochende
al-Qāriʿa/ القارعة

Sure 102 Die Sucht
at-Takāthur/ التكاثر

Sure 103 Der Nachmittag
al-ʿAsr/ العصر

Sure 104 Der Stichler
al-Humaza/ الهُمَزة

Sure 105 Der Elefant
al-Fīl/ الْفِيلِ

Sure 106 Die Quraisch
Quraiš/ قُرَيْشٍ

Sure 107 Die Hilfeleistung
al-Māʿūn/ الْمَاعُونَ

Sure 108 Die Fülle
al-Kauṯar/ الكوثر

Sure 109 Die Ungläubigen
al-Kāfirūn/ الْكَافِرُونَ

Sure 110 Die Hilfe
an-Nasr/ النصر

Sure 111 Der Palmfaserstrick
al-Masad/ المسد

Sure 112 Die Aufrichtigkeit
al-Iḫlāṣ/ الإخلاص

Sure 113 Das Frühlicht
al-Falaq/ الْفَلَقِ

Sure 114 Die Menschheit
an-Nās/ النَّاسِ

Sure 18

الكهف

al-Kahf/ Die Dschahannam

 



Sure
18 Die Dschahannam




Im Namen Allāhs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen.
1 Aller Preis gehört Allāh, der die Schrift auf seinen Diener herabgesandt und daran nichts gemacht hat, was vom geraden, rechten Weg abweichen würde,
2 eine Schrift die richtig ist, um die Ungläubigen vor Allāhs schwerer Strafe zu warnen und den Gläubigen, die gute Werke verrichten, die frohe Botschaft zu verkünden, dass ihnen dereinst ein schöner Lohn gebührt.
3 Im Tschārbāgh der Ewigkeit werden sie ewig bleiben.
4 Und die Schrift warnt diejenigen, die da sagen, dass Allāh sich einen Sohn beigesellt habe.
5 Darüber besitzen weder sie noch ihre Väter Wissen. Wie ungeheuer ist dieses Wort, das ihren Lippen entwichen ist! Sie sagen nichts anderes als Lügen.
6 So wirst du dich vielleicht noch aus Kummer über sie zu Tode grämen, wenn sie dieser Rede keinen Glauben schenken.
7 Siehe, wir schufen alles, was auf Erden ist, zu einem Schmuck für sie, auf dass wir sie prüfen, wer unter ihnen der Beste im Wirken ist.
8 Und siehe, wir werden alles, was auf ihr ist, in dürren Wüstenstaub verwandeln.
9 Meinst du wohl, die Gefährten in der Höhle und der Inschrift seien ein Wunder unter unseren Zeichen?
10 Als die Jünglinge in der Höhle Zuflucht nahmen und sprachen: „Unser Herr, gewähre uns Barmherzigkeit von dir aus und bereite uns einen Weg in unserer Sache.“
11 Da machten wir in der Höhle ihre Ohren taub, so dass sie lange Jahre schliefen.
12 Dann weckten wir sie wieder, um zu erfahren, welche von den beiden Parteien die Jahre, die sie dort verbrachten, genauer berechnen konnte.
13 Wir erzählen dir ihre Geschichte der Wahrheit gemäß. Es sind Männer gewesen, die an ihren Herrn glaubten, und wir bestärkten sie in ihrer Rechtleitung.
14 Und wir stärkten ihre Herzen, als sie aufstanden und sprachen: „Unser Herr ist der Herr der Himmel und der Erde. Nie werden wir einen Allāh anrufen außer Ihm: sonst würden wir ja eine Ungeheuerlichkeit aussprechen.
15 Dieses unser Volk hat Götter statt ihn angenommen. Warum bringen sie dann nicht einen klaren Beweis dafür? Und wer verübt größeren Frevel, als wer eine Lüge gegen Allāh erdichtet?
16„Und wenn ihr euch von ihnen und von dem, was sie statt Allāh anbeten, zurückzieht, so sucht Zuflucht in der Höhle. Euer Herr wird seine Barmherzigkeit über euch breiten und euch einen tröstlichen Ausweg aus eurer Lage weisen.“
17 Du hättest sehen können, wie die Sonne, als sie aufging, an der Höhle nach rechts und als sie unterging, nach links wich, während sie darinnen im Schlaf lagen. Das ist eines der Zeichen Allāhs. Wen Allāh rechtleitet, der ist wahrhaftig rechtgeleitet, und wen er irregehen lässt, für denjenigen wirst du keinen Beschützer und keinen Führer finden.
18 Du könntest sie für wach halten, indes sie schlafen. Und wir werden sie auf die rechte Seite und auf die linke sich umdrehen lassen, während ihr Hund seine Vorderpfoten auf der Schwelle ausstreckt. Hättest du sie so erblickt, du würdest dich gewiss vor ihnen zur Flucht gewandt haben und wärest mit Schrecken vor ihnen erfüllt gewesen.
19 Dann weckten wir sie auf, damit sie einander befragten. Einer unter ihnen sprach: „Wie lange habt ihr hier geschlafen?“ Sie sprachen: „Wir sind einen Tag oder weniger hier gewesen.“ Dann sagten sie: „Unser Herr weiß am besten, wie lange wir hier geruht haben. Schicken wir einen von uns mit dieser Silbermünze in die Stadt, um nach den reinsten Speisen zu suchen und uns davon etwas zu holen! Er soll freundlich sein und niemand auf euch aufmerksam machen.
20 Denn wenn sie von uns erfahren sollten, sie werden uns steinigen oder uns zu ihrem Glauben zurückbringen, und es wird uns nicht wohlergehen.“
21 Sie wurde dabei aber doch entdeckt. Und so gaben wir ihren Zeitgenosse Kunde, dass Allāhs Verheißung wahr ist und dass über die Stunde, die da kommen wird, kein Zweifel ist. Und gedenke der Zeit als die Menschen über sie miteinander stritten und sprachen: „Baut eine Gebäude über sie!“ Ihr Herr weiß am besten über sie Bescheid. Diejenigen, die dabei den Ausschlag gaben, sagten: „Wir wollen uns über ihnen eine Kultstätte errichten.“
22 Sie werden sagen: „Es waren drei, mit dem Hund vier.“ Oder: „Es waren fünf, mit dem Hund sechs.“ Das waren nur Vermutungen. Oder sie werden sagen: „Es waren sieben, mit dem Hund acht.“ Sage: „Mein Herr weiß am besten, wie viele sie waren.“ Das wissen nur wenige. Du sollst dich nicht tiefgreifend darüber mit ihnen auseinandersetzen, und frage keinen von ihnen nach seiner Meinung über sie!
23 Und du sollst nicht sagen: „Das werde ich morgen machen“,
24 ohne hinzuzufügen „wenn Allāh es will!“. Und gedenke deines Herrn, wenn du dies vergessen hast, und sprich: „Ich hoffe, mein Herr wird mich noch näher als diesmal zum rechten Wege führen.“
25 Und sie blieben dreihundert Jahre lang in ihrer Höhle, noch neun hinzugefügt .
26 Sprich: „Allāh weiß am besten, wie lange sie verweilten.“ Sein sind die Geheimnisse der Himmel und der Erde. Wie sehend ist Allāh! Und wie hörend! Sie haben keinen Helfer außer Allāh, und er teilt seine Befehlsgewalt mit keinem.
27 Und trage vor, was dir von der Schrift deines Herrn offenbart wurde, deren Worte unveränderlich sind ! Außer bei ihm wirst du keine Zuflucht finden.
28 Halte dich geduldig zu denen, die ihren Herrn anrufen des Morgens und des Abends, im Trachten nach seinem Wohlgefallen; und lasse deine Blicke nicht über sie hinauswandern, indem du nach dem Schmuck des irdischen Lebens begehrst. Und gehorche nicht dem, dessen Herz wir achtlos machten der Erinnerung an uns, der seinen Gelüsten folgt und kein Maß und Ziel kennt.
29 Und sprich: „Die Wahrheit ist es von eurem Herrn: darum lasse den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will.“ Siehe, wir haben für die Frevler ein Feuer bereitet, sie wie ein Zelt umschließen wird. Wenn sie dann um Hilfe schreien, so wird ihnen geholfen werden mit Wasser gleich geschmolzenem Metall, das die Gesichter verbrennt. Wie schrecklich ist der Trank, und wie schlimm ist das Feuer als ewige Lagerstatt!
30 Wahrlich, die da glauben und gute Werke tun, können darauf vertrauen: wir lassen den Lohn derjenigen, die gute Werke tun, nicht verloren gehen.
31 Sie sind es, die Gärten der Ewigkeit besitzen werden, durch welche Ströme fließen. Darin werden sie geschmückt sein mit Armspangen von Gold und gekleidet in grüne Gewänder aus feiner Seide und schwerem Brokat, darin lehnend auf erhöhten Sitzen. Einen schöneren Lohn und eine bessere Ruhestätte gibt es nicht.
32 Führe ihnen das Gleichnis von den zwei Männern an! Dem einen dachten wir zwei Gärten mit Weinreben zu, umgeben von Dattelpalmen, dazwischen Getreidefelder.
33 Beide Gärten brachten ihre Früchte hervor und versagten in nichts. Und in ihrer Mitte ließen wir einen Strom fließen.
34 Der Besitzer der beiden Gärten hatte einen guten Ertrag. Bei einer Auseinandersetzung mit seinem Gefährten sagte er zu diesem: „Ich habe mehr Vermögen und mehr starke Männer um mich als du.“
35 Und er betrat seinen Garten - gegen sich selber frevelnd. Er sprach: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser je zugrunde gehen wird.
36 Und ich glaube auch nicht, dass die Stunde der Auferstehung eintreten wird. Sollte ich doch auferweckt und vor meinen Herrn zurückgeführt werden, werde ich im Jenseits einen noch besseren Garten vorfinden.“
37 Sein Gefährte erwiderte ihm: „Glaubst du denn nicht an ihn, der dich aus Erde erschaffen hat, dann aus einem Samentropfen, dann dich zu einem vollkommenen Mann bildete?
38 Was jedoch mich betrifft - Allāh ist mein Herr allein, und nie will ich meinem Herrn etwas andere zur Seite stellen.
39 Wenn du in deinen Garten eintrittst, solltest du sagen: ‚Es geschieht, was Allāh will; ohne Allāhs Beistand bin ich macht- und hilflos.‘“. Dann sprach er: „Du siehst in mir einen, der weniger Vermögen und Kinder als du hat.
40 Allāh möge mir etwas Besseres als deinen Garten bescheren und deinen Garten durch einen Schicksalsschlag vom Himmel heimsuchen, so dass er kahl und unwegsam wird.
41 Oder dass sein Wasser versiegt, so dass du es zur Bewässerung nicht verwenden kannst.“
42 Da wurde seine Frucht verwüstet, und er begann die Hände zu ringen wegen alldem, was er für den Garten ausgegeben hatte. Er sagte: „Hätte ich doch Allāh niemanden beigesellt!“
43 Und er hatte keine Anhänger, die ihm gegen Allāh zu helfen vermocht hätten. Er selbst fand keine Hilfe.
44 Sicheren Beistand gewährt nur Allāh, der einzig Wahre, allein. Er ist es, der die beste Belohnung bescheren und die beste letzte Bleibe im Jenseits sichert.
45 Gib ihnen das Gleichnis vom irdischen Leben: Es ist wie das Wasser, das wir vom Himmel niedersenden, mit dem die Pflanzen der Erde sich sättigen. Und dann werden sie dürre Spreu, die der Wind verweht. Allāh hat Macht über alle Dinge.
46 Besitz und Kinder sind Schmuck irdischen Lebens. Die bleibenden guten Werke aber sind lohnender bei deinem Herrn und hoffnungsvoller.
47 Und gedenke des Tages, da wir die Berge vergehen lassen werden. Und wir werden sie alle versammeln, so dass keiner fehlt.
48 Sie werden in Reihen Allāh vorgeführt werden, der ihnen sagen wird: „Nun seid ihr zurückgekommen, wie wir euch dereinst erschufen. Ihr habt behauptet, dass wir euch zum festgesetzten Zeitpunkt nicht auferwecken und zusammenführen werden.“
49 Jedem wird sein Buch mit all seinen Taten in die Hand gegeben. Du wirst sehen, wie die Frevler vor den darin erfassten Übeltaten erschrecken werden. Sie werden sagen: „Wehe uns! Wie kann dieses Schreiben alle Taten, die kleinen wie die großen, aufführen?“ Allāh tut niemandem unrecht.
50 Und gedenke der Zeit, als wir die Engel aufforderten: „Werft euch vor Ādam nieder!“ Sie warfen sich nieder, ausgenommen Iblīs, der zu den Dschinn gehörte. Er missachtete den Befehl seines Herrn. Wie könnt ihr ihn und seine Nachkommen statt Allāh zu Vertrauten nehmen, da sie eure Feinde sind? Welch schlimmer Tausch für die Ungerechten!
51 Ich nahm sie nicht zu Zeugen bei der Schöpfung der Himmel und der Erde, noch auch bei ihrer eigenen Schöpfung. Ich nehme keinen zu Hilfe, schon gar nicht, wenn es Ungerechte sind.
52 Gedenkt des Tages, an dem Allāh sagen wird: „Ruft die Gefährten herbei, die ihr mir beigesellt habt, damit sie euch helfen!“ Sie werden sie rufen, doch diese werden ihnen kein Gehör schenken. Wir werden die Zuneigung, die es zwischen ihnen gab, in eine Heimsuchung verwandeln.
53 Die Frevler werden die Dschahannam sehen und sich dessen bewusst sein, dass sie hineingeworfen werden, und sie werden ihr nicht entrinnen können.
54 Wir haben für die Menschen vielfältige Arten von Gleichnissen angeführt, doch der Mensch ist es, der am meisten debattiert.
55 Und nichts hinderte die Menschen daran, zu glauben, als die Führung zu ihnen kam, und ihren Herrn um Verzeihung zu bitten. Doch sie wollten warteten, bis das Beispiel der Früheren über sie käme oder die Strafe ihnen offen vor Augen gestellt würde.
56 Wir schicken die Gesandten nur als Verkünder froher Botschaft oder als Warner. Die Ungläubigen streiten und greifen auf die Unwahrheit zurück, damit sie die Wahrheit widerlegen. Sie spotten über den Qurʾān und die an sie gerichteten Warnungen.
57 Und niemand ist ungerechter als einer, den man an Allāhs Zeichen erinnert und der sich dann davon abwendet und die von ihm begangenen Untaten vergisst. Wir haben ihre Herzen umhüllt, so dass sie die offenbarte Schrift nicht verstehen, und ihre Ohren mit Taubheit geschlagen. Selbst wenn du sie zur Rechtleitung einlädst, werden sie niemals den rechten Weg erkennen.
58 Wollte Allāh, der voller Vergebung und Barmherzigkeit ist, sie aufgrund ihrer Taten belangen, hätte er sie qualvoll bestraft. Ihnen ist aber eine Frist gesetzt worden, und sie werden keine Zuflucht vor der Strafe finden können.
59 Und denkt an das Beispiel jener Städte, die wir vernichteten, als ihre Bewohner Unrecht begingen! Wir setzten dafür einen Zeitpunkt fest, der genau eingehalten wurde.
60 Und gedenke der Zeit, da Mūsā zu seinem Jünger sprach: „Ich will nicht eher rasten, als bis ich den Zusammenfluss der beiden Meere erreicht habe, und sollte ich dafür auch lange wandern.“
61 Doch als sie die Stelle erreicht hatten, wo sich die beiden Meere trafen, vergaßen sie den Fisch, der seinen Weg ins Meer nahm und untertauchte.
62 Und als sie die Stelle überschritten, sagte Mūsā zu seinem Jünger: „Bringe uns das Essen! Wir sind durch diese Reise sehr müde geworden.“
63 Er antwortete: „Hast du nicht gesehen, als wir auf dem Felsen rasteten und ich den Fisch vergaß - und keiner als Schaitan machte es mich vergessen, seiner zu erwähnen - da nahm er seinen Weg ins Meer auf wundersame Weise.“
64 „Er sagte: „Das ist es, was wir wollten.“ Da kehrten sie beide um und schritten auf ihren eigenen Spuren zurück.“
65 Da fanden sie einen unserer Diener, dem wir Gnade erwiesen und Wissen von uns gewährt hatten.
66 Mūsā fragte ihn: „Darf ich dir folgen, auf dass du mich über das rechte Handeln belehrest, wie du gelehrt worden bist?“
67 Er sprach: „Du wirst, wenn du mit mir gehst, sicher keine Geduld aufbringen können.
68 Wie könntest du auch Geduld aufbringen, wenn es sich um etwas handelt, was sich deiner Kenntnis entzieht?“
69 Er sprach: „Du wirst mich, so Allāh will, geduldig finden, und ich werde gegen keinen deiner Befehle ungehorsam sein.“
70 „Er sagte: „Nun gut. Wenn du mir folgen willst, so frage mich nach nichts, bis ich es dir von selbst erkläre.“
71 So machten sich beide auf den Weg. Als sie das Schiff bestiegen, schlug er ein Loch in dessen Boden. Da sagte ihm Mūsā: „Schlägst du ein Loch hinein, um die Menschen ertrinken zu lassen? Du hast wirklich etwas Schlimmes getan!“
72 Da sprach er: „Habe ich dir nicht gesagt, du wirst, wenn du mit mir gehst, keine Geduld aufbringen können?“
73 Mūsā sagte: „Stelle mich nicht meines Vergessens wegen zur Rede, und sei deswegen nicht zu streng mit mir.“
74 So zogen sie weiter, bis sie einen Jungen trafen, den er tötete. Mūsā sprach: „Tötest du wirklich einen unschuldigen Menschen, der keinen Mord begangen hat? Du hast etwas Furchtbares getan!“
75 Er sprach: „Habe ich dir nicht gesagt, du wirst, wenn du mit mir gehst, keine Geduld aufbringen können?“
76 Da sagte Mūsā zu ihm: „Wenn ich dich noch einmal wieder fragen sollte, brauchst du mich nicht mehr mitzunehmen. Das wird dir keiner übelnehmen.
77 So zogen sie weiter, bis sie bei den Bewohnern einer Stadt ankamen und von ihnen Gastfreundschaft erbaten; diese aber weigerten sich, sie zu bewirten. Nun fanden sie dort eine Mauer, die einzustürzen drohte, und er richtete sie auf. Mūsā sagte: „Wenn du es gewollt hättest, hättest du einen Arbeitslohn dafür erhalten können.“
78 Er sprach: „Dies ist die Trennung zwischen mir und dir. Doch will ich dir die Deutung von dem sagen, was du nicht in Geduld zu ertragen vermochtest.
79 Was das Schiff anbelangt, so gehörte es armen Menschen, die auf dem Meer arbeiten. Ich habe es willentlich beschädigt, weil es einen König gab, der hinter ihnen her war und der jedes unbeschädigte Schiff mit Gewalt an sich riss.
80 Was den Jungen anbelangt, so waren seine Eltern gläubige Menschen, und wir fürchteten, wenn er am Leben bliebe, würde er Gewalttaten und Unglauben über sie bringen.
81 Wir wollten, dass ihr Herr ihn durch einen Besseren, Wohltätigeren und Mitleidigeren ersetzt.
82 Und was nun die Mauer anlangt, so gehörte sie zwei Waisenknaben in der Stadt, und darunter lag ein Schatz für sie, und ihr Vater war ein Rechtschaffener gewesen; so wünschte dein Herr, dass sie ihre Volljährigkeit erreichen und ihren Schatz heben möchten, als eine Barmherzigkeit von deinem Herrn; und ich tat es nicht aus eigenem Ermessen. Das ist die Deutung dessen, was du nicht in Geduld zu ertragen vermochtest.“
83 Und sie fragen dich nach Dhū l-Qarnain . Sprich: „Ich werde euch etwas von seiner Geschichte erzählen.“
84 Wir haben ihm Macht auf Erden und die Mittel zu allem gegeben.
85 So folgte er einem Wege,
86 bis er den Ort des Sonnenuntergangs erreichte. Er fand sie in einem Quell von schlammigem Wasser untergehen, und nahebei fand er ein Volk. Wir sprachen: „O Dhū l-Qarnain, entweder strafe oder behandle sie mit Güte.“
87 Er sprach: „Wer da frevelt, den werden wir sicherlich bestrafen. Dann soll er zu seinem Herrn zurückgebracht werden, und dieser wird ihn mit furchtbarer Strafe belegen.
88 Wer aber den rechten Glauben annimmt und gute Werke verrichtet, dem steht die beste Belohnung im Jenseits zu, und wir sind zu ihm im Diesseits gütig.“
89 Darauf folgte er einem Wege,
90 bis er den Ort des Sonnenaufgangs erreichte. Er fand sie über einem Volk aufgehen, dem wir keinen Schutz gegen sie gemacht hatten.
91 Und wir wussten genau, wie er mit diesen verfuhr.
92 Hierauf folgte er einem Weg,
93 bis er zwischen die beiden Berge gelangte. Dort fand er an ihrem Fuß ein Volk, das kaum ein Wort verstehen konnte.
94 Sie sprachen: „O Dhū l-Qarnain, Ya'dschudsch und Ma'dschudsch stiften Unordnung im Lande. Sollen wir dir nun Tribut zahlen unter der Bedingung, dass du zwischen uns und ihnen einen Wall errichtest?“
95 Er sprach: „Was mein Herr mir beschert, ist die beste Belohnung. Helft mir mit eurer Arbeitskraft und Material, so errichte ich zwischen euch einen schützenden Wall.
96 Bringt mir Eisenstücke.“ Als er die Kluft zwischen den beiden Bollwerken ausgefüllt hatte, sprach er: „Blast!“ Als er es feurig gemacht hatte, sprach er: „Bringt mir geschmolzenes Kupfer, ich will es darüber gießen!“
97 Ya'dschudsch und Ma'dschudsch vermochten nicht den Wall zu erklimmen, noch konnten sie ihn durchbrechen.
98 Das ist ein Beweis für die Barmherzigkeit meines Herrn. Wenn sich Allāhs Verheißung erfüllt, wird er ihn dem Erdboden gleichmachen. Und Allāhs Verheißung ist wahr.
99 An jenem Tag werden wir die einen von ihnen wie Wogen gegen die andern anstürmen lassen, und in die Trompete wird geblasen werden. Dann versammeln wir sie alle.
100 Und vor Augen stellen wir an jenem Tag den Ungläubigen die Dschahannam,
101ihnen, deren Augen vor meiner Mahnung verhüllt waren und die nicht einmal hören konnten.
102 Meinen denn die Ungläubigen wirklich, dass sie meine Diener als Vertraute nehmen dürfen? Wir haben die Dschahannam als letzte Wohnstätte für die Ungläubigen bereitet.
103 Sprich: „Sollen wir euch die nennen, die in ihren Werken die größten Verlierer sind?
104 Denn Verlierer sind diejenigen, deren Taten auf Erden dadurch nichtig wurden, weil sie nicht glaubten, sondern den Irrweg gingen und dabei meinten, dass sie Gutes getan hätten.
105 Das sind jene, die die Zeichen ihres Herrn und die Begegnung mit ihm leugnen. Darum sind ihre Werke nichtig, und am Tag der Auferstehung werden wir ihnen kein Gewicht geben.
106 Dies ist ihr Lohn - die Dschahannam. Weil sie ungläubig waren und Spott trieben mit meinen Zeichen und meinen Gesandten.
107 Wahrlich, jene, die da glauben und gute Werke tun, sie werden der Dschanna Gärten zur ewigen Wohnstatt haben.
108 Dort werden sie ewig bleiben und wünschen, nicht daraus fortzugehen.
109 Sprich: „Wenn das Meer Tinte wäre für die Worte meines Herrn, würde es noch vor ihnen zu Ende gehen, selbst wenn wir es an Masse verdoppeln würden.“
110 Sprich: „Ich bin nur ein Mensch wie ihr, doch mir ist es offenbart worden, dass euer Allāh ein einiger Allāh ist. Möge denn der, der auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, gute Werke tun und Allāh nichts beizugesellen.“

 

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Zitieren als Online-Quelle lang: https://koran.rodena.de/index.php?sure=18 [13.07.2020]

Zitieren als Buch-Quelle: Neumann, Phelan Andreas: Der Koran, Versuch einer Übersetzungsharmonie auf Grundlage der Synopse verschiedener deutschsprachiger Übersetzungen, Luxemburg 2019, 18.{Versnummer}

Zitieren als Buch-Quelle kurz: Neumann: Koran,18.{Versnummer}

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